Schwere psychische Erkrankungen können durch ihre Symptome immer wieder zu Problemen im Alltag führen. Menschen mit Angststörungen vermeiden beispielsweise oft bestimmte Orte oder Menschenansammlungen. Wahrnehmungsveränderungen bei einem an Schizophrenie erkrankten Menschen können dazu führen, dass die eigene Wohnung nicht mehr verlassen wird. Energielosigkeit bei Depressionen oder im Rahmen von psychotischen Erkrankungen kann dazu führen, dass es enorm viel Überwindung braucht, einkaufen zu gehen oder die Wohnung aufzuräumen.
Häufig sind psychische Erkrankungen gut behandelbar und die Symptomatik klingt völlig oder weitgehend ab. Bei diesen Personen kommt es üblicherweise nur kurze Zeit und vorübergehend zu Problemen im Alltag. Hier ist oft die kurzfristige Unterstützung und Hilfe von Angehörigen und Freund:innen ausreichend, die Einkäufe erledigen oder der betroffenen Person bei manchen Alltagsanforderungen helfen (z.B. gemeinsam die Wohnung aufräumen).
Wenn Symptome der Erkrankung trotz Behandlung längerfristig weiterbestehen kann dies dazu führen, dass manche Betroffene Schwierigkeiten haben, alleine in der eigenen Wohnung zu leben. In diesem Fall können unterstützende oder rehabilitative Maßnahmen erforderlich sein (Wohnrehabilitation).
Vereinzelt ist die Wohnrehabilitation nicht ausreichend und die Personen sind längerfristig darauf angewiesen, Hilfen im Alltag zu bekommen. Für diese Personen gibt es Wohngemeinschaften, die Unterstützung im Alltag anbieten (Betreutes Wohnen).
In den letzten Jahrzehnten wurden unterschiedlichste Angebote der Wohnrehabilitation und des betreuten Wohnens für Personen mit schweren psychischen Erkrankungen entwickelt. Welche der zahlreichen unterschiedlichen Einrichtungen und Hilfsangebote für die einzelne Person am besten geeignet sind, kann individuell mit den behandelnden Fachpersonen und den Mitarbeiter:innen psychosozialer Einrichtungen besprochen werden.
Die Adressen derartiger Einrichtungen sind über psychosoziale Einrichtungen erhältlich.